HRS-Edition








Pressestimmen:

Hinter der Maske. Vor zehn Jahren starb Hannelore Kohl. Ein neuer Bildband zeigt eine ganz andere Kanzlergattin. In dem gemeinsam mit ihrem Sohn Walter Kohl herausgegebenen opulenten Bildband „Hannelore Kohl – ein deutsches Leben“ zeigt Helmut R. Schulze zahlreiche noch nie veröffentlichte Fotografien der Kanzlergattin. Sie gewähren den Blick auf eine manchmal mondäne, manchmal sehr spontane und zu Späßen aufgelegte Frau. Ergänzt werden sie von Bildern aus dem Familienalbum der Kohls, die einen Eindruck von ihrer Kindheit vermitteln. Einfühlsame Texte der Journalistin Dona Kujacinski begleiten die außergewöhnlichen Fotos einer Reise durchs Leben von Hannelore Kohl, die mit der an einen Staatsakt erinnernden Trauerfeier in Speyer endet.
Aus: Berliner Zeitung, 2./3. Juli 2011 von Holger Schmale




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Pressestimmen:

Afghanistan als Ort der Sehnsucht. Ein farbiges Dokument einer anderen Welt.
Süddeutsche Zeitung

Die unbekannte Seite Afghanistans. Stimmungsvolle Aufnahmen vom Alltag, Landschaft und Menschen, wie man sie sonst nicht zu sehen bekommt.
Münchner Merkur

Einmalige Bilddokumente, die unter die Haut gehen aus dem Land am Hindukusch.
Speyer Aktuell

Spektakuläre Bilder zwischen Staunen und Schrecken.
Garmisch-Partenkirchner Tagblatt

Afghanistan - eine schroffe Schönheit mit tiefen Kriegsnarben. Helmut R. Schulze zeigt das andere Afghanistan in beeindruckenden Bildern.
Frankfurter Neue Presse




Rheinpfalz vom 04.04.2007

Mehr als 15 000 Besucher bei Speyerer Afghanistan-Ausstellung

Speyer - Eine Foto­aus­stel­lung über Afgha­nis­tan hat mehr als 15 000 Besu­cher in das His­tori­sche Museum der Pfalz in Speyer gelockt. Das Museum hatte bis Sonntag Bilder des Foto­gra­fen Helmut R. Schulze gezeigt. Die Besu­cher seien in „Af­gha­nis­tan - Bilder aus einer anderen Welt” einem Land begeg­net, das sich nicht auf die täg­lichen Schre­ckens­mel­dun­gen in den Nach­rich­ten redu­zie­ren lasse, teilte das Museum am Montag mit.

Schulze doku­men­tiere in seinen Werken neben Leid und Zer­störung auch Lebens­freude und Wie­der­auf­bau. Als nächste große Aus­stel­lung in dem Museum wird von 23. Sep­tem­ber an die Schau „Das Alte Ägypten mit allen Sinnen” zu sehen sein.


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Presseinformation Helmut R. Schulze - Helmut Kohl – Bilder eines Lebens

12.Mai 2005 – 29.Mai 2005: Die Kunsthalle Mannheim zeigt ab dem 12.Mai 2005 anlässlich des 75. Geburtstages von Altbundeskanzler Dr. Helmut Kohl eine Ausstellung mit nicht nur zeitgeschichtliche wertvollen sondern auch sehr ausdrucksstarken, künstlerisch anspruchsvollen Reportagefotografien von Helmut R. Schulze. Die mit „Bilder eines Lebens“ betitelte Ausstellung konzentriert sich auf die Amtszeit von Helmut Kohl (1982 – 1998) und versucht, neben historisch bedeutsamen Motiven auch Beispiele von Fotografien zu präsentieren, die einen Blick hinter die Kulissen sowohl des ‚öffentlichen Auges’ als auch der ‚politisch-repräsentativen Darstellung’ wagen und dadurch das menschliche oder gar symbolische Bild vor Augen führen.

Die in der Kunsthalle Mannheim präsentierte Sammlung von Arbeiten des Fotojournalisten und Reportagefotografen Helmut R. Schulze zeichnet sich zum einen dadurch aus, dass sie zentrale und bedeutsame Momente einer bestimmen historischen Zeitspanne auf Dauer festhält. Durch sie können wir somit unser Bild vom historischen Werden im Deutschland der 80er und 90er Jahre präzisieren und unsere Vorstellung von zentralen kollektiven Ereignissen verdichten. Die ausgestellten Fotografien dokumentieren die politischen Geschehnisse gerade dieses Abschnitts der deutschen und europäischen Geschichte in den entscheidenden Phasen sehr eindrucksvoll. So treten Momentaufnahmen zeitlos scheinenden romantischen Landschaftsaufnahmen gegenüber, ergänzen sich konzentrierte Porträts und Situationsaufnahmen, verdichten erzählerische Werkgruppen den authentischen Eindruck einer Reise, einer Verhandlung oder eines historischen Moments. Dies nicht zuletzt dadurch, dass es Schulze gelingt, die menschlichen Aspekte zu bringen, die für uns wie für andere Europäer prägend waren und Teil unserer Erinnerung geworden sind.

Helmut R. Schulze, geboren 1929, ist einer der bekanntesten deutschen Fotojournalisten und lebt in Heidelberg. Seit Anfang der 70er Jahr hat er fast alle großen Persönlichkeiten der Zeitgeschichte fotografiert. So begleitete er etwa viele Jahre den ägyptischen Staatspräsidenten Sadat, die Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker und Roman Herzog sowie den ehemaligen Außenminister Hans-Dietrich Genscher auf allen wichtigen Reisen im In-und Ausland. Schulzes Aufnahmen wurden in vielen Biografien namhafter Politiker sowie in zahlreichen renommierten oder populären Zeitungen und Zeitschriften des In- und Auslandes abgedruckt. So erschienen seine Fotografien wie auch Reportagen aus allen Kontinenten über Politik, Länder und Menschen etwa in Epoca, der Spiegel, Focus, Welt am Sonntag, Zeitmagazin, FAZ Magazin, Bunte, Quick, Gala, Time, Manchete und RNZ. Darüber hinaus hat Helmut R. Schulze ZDF-Produktionen begleitet, deren fotografische Ergebnisse in der Publikation „Zeitreise ZDF“ enthalten sind. Im Jahr 2001 wurde dem Fotografen das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.

Die Kraft und die Macht der von außergewöhnlichen historischen Momenten geprägten Bilder lässt einen breiten Raum für Erinnerungen, Assoziationen, kritischen Diskurs und politische Selbstbestimmung. Und gerade in dieser Hinsicht kommt der Ausstellung in einem Museum, das sich dem ‚Denken der Gegenwart’ verpflichtet hat, eine gesellschaftlich besonders relevante Bedeutung zu.

Dieses Projekt ist der Versuch einer Annäherung an einen für die Geschichte Deutschlands, Europas und der Welt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bedeutenden Staatsmann, der in seiner Amtszeit, aber auch davor und danach persönliche Höhen und Tiefen erfahren hat. Es ist der Versuch, jedem Besucher die Möglichkeit zu geben, anhand von dokumentarischen und gleichzeitig künstlerisch sehr ausdrucksstarken Fotografien die eigene, von den Medien immer wieder auf verschiedne Weise beeinflusste Haltung gegenüber einer öffentlichen Person zu prüfen, zu relativieren und – so unser innigster Wunsch – zu einer eigenen, individuellen Position zu gelangen.

Das Museum dient hierbei als ein Ort der Thematisierung von Geschichte in der Gegenwart, als ein Raum für Diskussionen, Zwiegespräche und offene Dialoge, die – wie das anhaltende Ringe um die Akzeptanz der absoluten Offenheit der Kunst – zu einem respektvolleren, bewussteren Umgang mit dem öffentlichen und privaten Menschen und seinen Vorstellungen, Visionen oder auch sich als Fehler erweisenden Nebenwegen führen.

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Frankfurter Neue Presse v. 14.06.05 -
Ein Staatsmann zwischen "politisch" und "privat"




BILD v. 13.05.05 - Helmut Kohl - Mannheimer Kunsthalle zeigt die Bilder aus seiner Zeit als Bundeskanzler (1982-1998)



BILD v. 11.05.05 - Zum 75. Geburtstag Helmut - Helmut Kohl ist jetzt Kunst


Alt-Kanzler von Ausstellung bewegt


Mannheimer Morgen v. 09.05.05 - Mal Offiziell, mal mit Strickjacke


Rhein-Neckar-Zeitung v. 09.05.05 - Für die Kurpfalz bleibt er der "Bundeskanzler"


Mannheimer Morgen v. 09.05.05 - Eine Großartige Idee


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Freiepresse.de


Mannheim (ddp). Anlässlich einer Foto-Ausstellung über seine Amtszeit stattet Altkanzler Helmut Kohl (CDU) der Kunsthalle Mannheim am Sonntag einen Besuch ab. Zu der Preview der Schau «Helmut Kohl - Bilder eines Lebens» werden auch zahlreiche politische Weggefährten Kohls erwartet, darunter Ex-Bundesfinanzminister Theo Waigel (CSU) als Redner. Die Ausstellung mit zahlreichen Reportagebildern des Fotojournalisten Helmut R. Schulze wird anlässlich des 75. Geburtstages des früheren Bundeskanzlers ausgerichtet.

Im Mittelpunkt der Sonderausstellung, die offiziell am 11. Mai eröffnet wird und bis 29. Mai zu sehen ist, steht Kohls Wirken in den 80er und 90er Jahren. Nach Angaben der Kunsthalle zeigen die Fotografien historisch zentrale Motive, bieten aber auch einen Blick hinter die Kulissen des «öffentlichen Auges» und der «politisch-repräsentativen Darstellung». Dabei werden insbesondere die Geschehnisse der Deutschen Einheit und der europäischen Geschichte unter Kohl dargestellt.

Der Reportagefotograf Helmut R. Schulze hatte den früheren Kanzler unter anderem auf mehreren Reisen begleitet. Kohl feierte am 3. April seinen 75. Geburtstag. Geboren wurde er in Ludwigshafen, der Nachbarstadt Mannheims.


"Natürlich sind mir Fotografen auf die Nerven gegangen"
www.morgenweb.de Montag, 9.05.2005

Mannheim. Die Kunsthalle zeigt vom kommenden Mittwoch, 11. Mai, bis 29. Mai unter dem Titel "Helmut Kohl - Bilder eines Lebens" über 100 künstlerisch wie zeitgeschichtlich wertvolle Fotografien des früheren Bundeskanzlers, die alle von Helmut R. Schulze stammen. Wir sprachen dazu mit dem früheren Kanzler.


Für die Kurpfalz bleibt er der "Bundeskanzler"


RNZ Leserforum 09.05.2005 Späte, aber bewegende Ehrung des 75 Jahre alten Helmut Kohl in der Mannheimer Kunsthalle - mit einer Foto-Ausstellung
Über 500 geladene Gäste bedachten Altbundeskanzler Helmut Kohl (M.) mit minutenlangen stehenden Ovationen. Foto: vaf

Mannheim. Helmut Kohl kam gestern Morgen in die Mannheimer Kunsthalle nur zehn Minuten zu spät. Ein Klacks im Vergleich zu der über einmonatigen Verspätung, mit der endlich auch die Kurpfalz seinen 75. Geburtstag feierte. Aber so schlecht gewählt war das Datum des 8. Mai gar nicht. Denn die feierliche Matinee im städtischen Kulturtempel am Wasserturm, die OB Gerhard Widder für den Ehrengast und ein paar hundert geladene Gästen eröffnete, war nicht nur eine leibhaftige Begegnung mit dem Menschen Helmut Kohl. Sondern vor allem mit dem Bundeskanzler von 1982 bis 1998, dessen Amtszeit zwei friedliche Einigungswerke ins helle historische Licht tauchen - die Wiedervereinigung Deutschlands und die wichtigsten Schritte zur Einigung Europas.

Über dieser politischen Periode, ja über Kohls politischem Lebenswerk überhaupt, stand der gestern mehrfach zitierte Satz des Altkanzlers: "Es wird in Europa nie mehr neue Soldatenfriedhöfe geben." Kann man als Deutscher den 8. Mai mit einer besseren Botschaft begehen?

Kohls politisches Wirken, die einer solchen Perspektive ein Fundament gegeben hat, setzte der Heidelberger Fotograf Helmut R. Schulze für eine eindrucksvolle Fotoausstellung ins Bild, die dem Jubilar von der Kurpfalz quasi zum Geschenk gemacht wurde. Für das Publikum wird die Foto-Schau am kommenden Mittwoch zugänglich. Und dann will sie Günther Oettinger, der gestern auch noch schnell vorbeischaute, nach Karlsruhe und Stuttgart holen.

Um das gleich zu sagen, die Person, auf die vor allem die vielen Medienvertreter mit der Kamera gewartet hatten, nämlich Kohls Lebensgefährtin Maike Richter, war gestern nicht dabei. Sie hätte die mediale Aufmerksamkeit vielleicht auch zu sehr abgelenkt: Für die zwei Stunden lobender Reden. Zum Beispiel von OB Widder, der dem formellen "Altbundeskanzler" die Vorsilbe "Alt" wegnimmt und ihn wieder zum "Bundeskanzler Kohl" macht. Soviel Regionalpatriotismus darf sein, denn: "Sie leben nicht nur in der Kurpfalz. Sie leben die Kurpfalz." Womit Widder einem Gefühl Ausdruck gibt, das nicht nur an Rhein und Neckar verbreitet ist: Kohl geht, nach einigen Tiefen, einem neuen Höhepunkt seines Ansehens als Politiker entgegen. Und er genießt es.

Für Theo Waigel, den humorvollen Laudator, langjährigen Begleiter und Freund ist die Feierstunde eine Gelegenheit, aus dem Nähkästchen des Politikbetriebs zu plaudern und einen Helmut Kohl - "über den so viel Gutes schon gesagt wurde" - auch mal mit seinen Schwächen zu zeichnen. Er sei zwar nicht so wortgewaltig wie Strauß, nicht so edel wie Weizsäcker, nicht so charismatisch wie Brandt gewesen, hat sie aber an Schläue und Menschenkenntnis alle übertroffen - und dabei seinen bayerischen Widersacher Franz Josef oft genug über den Tisch gezogen, wie Waigel verrät. Etwa, indem er bei der Berufung von Ministern zunächst diejenigen bewusst ablehnte, die Strauß unbedingt haben wollte - um dann dem Bayern, der gegen Kohls Vorschlag automatisch opponierte, innerlich schmunzelnd nachzugeben.

Waigel erzählt von den historischen Verhandlungen mit Jelzin und Gorbatschow, die den Weg zur Einheit ebneten und wo Kohl sich - bis hin zum gemeinsamen Saunabesuch mit Jelzin - als Meister der menschlichen Begegnung bewährte. Welche Wertschätzung er genoss, macht auch diese kleine Geschichte deutlich: Als Bill Clinton im Wahljahr 1998 in Berlin war, fragte er vorher: "Was kann ich für Helmut tun? - Wenn es ihm nützt, lobe ich ihn, wenn es ihm mehr nützt kritisiere ich ihn." Geholfen hat es 1998 allerdings nicht mehr.

Helmut Kohl ist erfreut, bewegt und erinnert daran, wie er sich in den letzten Kriegstagen - als frisch vereidigter, 15-jähriger Flakhelfer von Berchtesgaden zurück nach Mannheim durchschlug, vorbei an den von Wehrmachts-Standgerichten aufgehängten jungen Soldaten. In dieser Zeit habe sich ihm der Satz "Nie wieder Krieg" als Lebensmaxime eingebrannt. Nun, das Ergebnis aus dieser Erfahrung ist in der Fotoausstellung anspruchvoll dokumentiert, auch wenn Kohl einräumt, dass er oft Probleme damit gehabt haben "sich selbst in Bildern zu sehen." Aber er ist beim anschließenden Gang durch die Ausstellung offenbar doch mit sich und den "Bildern seines Lebens" ganz zufrieden.

Nur das BILDhafte Leitmotiv der Mannheimer Ausstellung, das ihn mit Pfeife vertieft in die Zeitung mit den dicken Schlagzeilen zeigt, bedient ein Klischee, das diesem bedeutenden Kurpfälzer im Lichte der Ergebnisse seiner Politik gerade nicht gerecht wird.

Zur Sonderausstellung "Helmut Kohl - Bilder eines Lebens" ist ein 124-seitiger Katalog erschienen, außerdem ein erweiterter Bildband mit 334 Fotos von Helmut R. Schulze: "Helmut Kohl - Der Kanzler".



Nach Mannheim zum Einkaufen

Nicht nur heute, wo er ja oft in die Jesuitenkirche geht oder Peter Hofmann besucht, kommt der frühere Bundeskanzler gerne nach Mannheim. "In die Stadt", das habe schon früher, zu seiner Kindheit, auch von Friesenheim aus geheißen: Nach Mannheim. "Da hat man sich anders angezogen, eingekauft, sich auch was gegönnt, ist ins Cafe gegangen, das war ein Höhepunkt", blickte Kohl zurück: "Wenn man nach Ludwigshafen in die Stadt ist, konnte man ganz normal angezogen sein", meinte er unter dem Gelächter der Zuhörer. Vom früheren Ludwigshafener Oberbürgermeister sei er, erklärte er später an anderer Stelle der Rede, ja auch "nie verwöhnt" worden - anders indes von Gerhard Widder. Mannheims OB habe, erzählte Kohl amüsiert, "auf charmante Weise über meine Frau den Zugang zum Bundeskanzler versucht". Wenn seine Frau Hannelore auf dem Mannheimer Markt eingekauft habe, sei "rein zufällig" der OB auch auf den Markt gekommen und dazu ein "MM"-Fotograf, "das hat den Ludwigshafener Kollegen dann geärgert", spottete Kohl. pwr

Von amüsanten Momenten und bedrückender Stille

Vor geladenen Gästen erinnert Ex-Finanzminister Theo Waigel an Helmut Kohls Kanzlerschaft / Kohl in Mannheim "gepudert"

Er hätte den Satz nicht sagen müssen, man spürte es: "Es ist für mich eine bewegende Stunde, weil ich hier ein Stück meines Lebens wiedererlebe", bekannte Dr. Helmut Kohl - aber nicht allein er war bewegt, ja gerührt: Gut 600 geladene Gäste erlebten gestern Vormittag bei einer Matinee in der Kunsthalle tief beeindruckt mit, wie der frühere Bundeskanzler ebenso wie sein langjähriger Finanzminister Theo Waigel an die längste Kanzlerschafts-Ära der Bundesrepublik erinnerten und so in eine Fotoausstellung einstimmten, die erst am Mittwoch offiziell eröffnet wird.

Ob bei Anekdötchen von Theo Waigel, dem Festredner, oder Schmankerln von Helmut Kohl - es wurde oft gelacht an diesem Vormittag. Aber genauso oft gab es bedrückende Stille immer dann, wenn Waigel ebenso wie der frühere Kanzler vom Zweiten Weltkrieg redeten, in dem sie beide ihre Brüder verloren haben. Insofern wurde diese von Blechbläsern des Nationaltheaters umrahmte, sehr festlich-stilvoll gestaltete Matinee passend auf den 8. Mai terminiert, war Kohl doch der Mann, der die Folgen des Zweiten Weltkriegs auf unserem Kontinent endgültig überwunden hat - und vor ihm und seiner Lebensleistung verneigte sich gestern die Kurpfalz bei einer Veranstaltung mit derart hochkarätigen Gästen, wie man sie nur selten hier erlebt.

Lange applaudierten sie Theo Waigel für seinen Satz: "Wir danken, dass es Dich, lieber Helmut, gibt". In seiner Kanzlerschaft habe er eine ganze Epoche gestaltet: "Mehr kann einem im Leben nicht passieren, mehr kann man im Leben nicht schaffen". Zwar sei Dialektliebhaber Kohl eher ein "Antityp der Politik", weil er "nicht so edel wie von Weizsäcker, nicht so charismatisch wie Brandt und nicht so redegewaltig wie Schmidt" gewesen sei, aber durch Mut und Entschlossenheit gleichwohl der "erfolgreichste Politiker der letzten Jahrzehnte", meinte der langjährige Finanzminister. Illustriert mit zahlreichen netten Begebenheiten aus Kabinettssitzungen, charakterisierte Waigel den Kanzler einerseits als "altes Lästermaul", dessen "Spott bisweilen fast unerträglich" gewesen wäre. "Aber er konnte und kann mit Menschen umgehen", betonte er und schilderte ebenso eindringlich die private, sehr einfühlsam-menschliche Seite des Altkanzlers.

Und der wird in der Ausstellung "Helmut Kohl - Bilder eines Lebens" auch ein großer Raum gewidmet. "Da kann man mal sehen, wie der Kerl wirklich ist", meinte der langjährige Bundeskanzler salopp am Ende seiner mit langem, stehend dargebrachten Beifall bedachten Rede. Dass die Fotos als erstes hier in der Kunsthalle "und nicht irgendwo" ausgestellt würden, empfinde er als große Ehre, und er dankte neben allen anderen Beteiligten besonders Peter Hofmann für sein Engagement: Große Skepsis und viele Hürden habe er wohl nur überwunden "durch seine Erfahrung im Umgang mit Pferden", so Kohl lachend.

Aber bei seinen Erinnerungen an die letzten Kriegstage wurde er auch ganz ernst: Noch am 20. April als Flakhelfer vereidigt, sah er in den letzten Kriegstagen gehenkte Deserteure, schlug sich dann nach Mannheim durch, wurde hier von den Amerikanern "gepudert" (gegen Läuse) und kam wieder nach Ludwigshafen. "Nie wieder Krieg" sei damals seine Maxime gewesen, und er wäre unendlich dankbar, dass er dazu als Politiker in Europa habe seinen Beitrag leisten können.



"Eine großartige Idee"

In der Familie von Bürgermeister Rolf Schmidt entstand die Idee zu der Ausstellung - vorangetrieben, umgesetzt, organisiert und letztlich nur mit Mäzenen finanziert hat sie (mit einigen engen Freunden) Stadtrat und Reitervereinspräsident Peter Hofmann, "ohne einen Euro aus der Stadtkasse", wie er in seinem Grußwort betonte.

"16 Jahre Helmut Kohl waren 16 gute Jahre für Deutschland", bekräftigte Peter Hofmann: "Persönlichkeiten Ihres Formats werden heute schmerzlich vermisst". Kohl habe sich stets zu der Region, aus der er stammt, bekannt, und pflege eine enge Verbindung zu Mannheim. "Viele Freunde aus dieser Stadt und der Region eint der Wunsch, Sie und Ihr Lebenswerk zu würdigen", so Hofmann. Dazu seien der 75. Geburtstag der geeignete Anlass, die Kunsthalle der geeignete Ort.

"Eine großartige Idee", bedankte sich Oberbürgermeister Gerhard Widder bei Peter Hofmann und allen Helfern und verneigte sich auch auf besondere Weise vor Helmut Kohl. Wenn er bei der Anrede "Altbundeskanzler" das "Alt-" weglasse, "erkennen Sie, welche Verehrung Ihnen entgegenkommt", sagte Widder. Wenn Mannheim sich heute Herz einer "Europäischen Metropolregion" nennen dürfe, sei dies auch Kohl zu verdanken, meinte er und überreichte ihm die "Kurpfalzvase". Kohls Politikergeneration sei es, die Schlagbäume erst symbolisch und dann tatsächlich weggerissen habe. "Ihr konsequenter Einsatz für die Entstehung der europäischen Staatengemeinschaft schuf die Grundlage für die deutsche Vereinigung", so der OB. "Es mag vieles zu Kritik Anlass geben", so Widder, "doch die Probleme werden eines Tages bewältigt werden." Was bleibe, sei ein beeindruckendes Lebenswerk: "Wir haben allen Grund, Ihnen ganz herzlich zu danken", und in der Kunsthalle sei die Ausstellung dazu "ideal platziert".

Dies unterstrich auch Kunsthallendirektor Dr. Rolf Lauter. Er sprach von "künstlerisch und zeitgeschichtlich wertvollen, sehr ausdrucksstarken Reportagefotografien". Persönliche Bilder ebenso wie historisch bedeutsame, symbolträchtige Motive würden nicht nur eine für Europa prägende Epoche illustrieren, sondern auch den Menschen helfen, ihre Erinnerung daran zu präzisieren und das "kollektive Gedächtnis" aufzufrischen. Kunst und Politik, so freute sich Lauter, seien mit dieser Ausstellung ein "neues Bündnis eingegangen". Fotograf Helmut R. Schulze, der die von Lauter dann inszenierte Schau in nur zehn Wochen zusammenstellte, stellte aber auch heraus, was trotz aller Privatheit nicht zu sehen ist: Bilder von Kohls Söhnen sowie von jenem Urlaub auf Sri Lanka an Weihnachten 2004, bei den Schulze Kohl begleitete und dieser "nur durch einen Schutzengel" nicht von der Flutwelle getötet wurde. pwr